Warum wir wissenschaftlich bloggen – und wozu das gut sein soll!

Im angel­säch­si­schen Wis­sen­schafts­be­trieb ist das „aca­de­mic blog­ging“ längst eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, mit der der Wis­sen­schafts­be­trieb auf die neu­en Informations- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gi­en reagiert. Bei­spiel­haft sei hier nur auf The Impact Blog der LSE ver­wie­sen, wo regel­mä­ßig Kol­le­gIn­nen zur Fra­ge der Imple­men­ta­ti­on von Wis­sen in die ver­schie­de­nen Sphä­ren der Gesell­schaft blog­gen.

Neu­li­ch blogg­te Jen­ny Davis unter dem Titel The legi­ti­ma­cy and use­ful­ness of aca­de­mic blog­ging will shake how intel­lec­tua­lism deve­lops zu der span­nen­den Fra­ge, ob Blogs zitier­fä­hig in wis­sen­schaft­li­chen Tex­ten sind und wel­che wei­te­ren, offe­nen Fra­gen mit die­ser Fra­ge­stel­lung ver­bun­den sind. Und wel­che beant­wor­tet wer­den müs­sen, um uns dabei zu hel­fen, to „orga­ni­ze our thoughts“.

Und nach je drei „Pros and Cons of Blog Cita­ti­on“ und drei Ori­en­tie­rungs­fra­gen:

1.) When is it okay to cite blogs in a for­mal aca­de­mic paper?

2.) Which blogs are okay to cite, and how do we know?

3.) Who can cite blogs?

endet sie die­sen ihren Blog mit fol­gen­der “Final Ans­wer”:

Hey, I said at the begin­ning I was not going to pro­vi­de a defi­ni­ti­ve ans­wer. I think the ambi­gui­ty is indi­ca­ti­ve of a chan­ging pro­fes­sio­nal land­scape. Deci­si­ons we make about cita­ti­on — and ulti­mate­ly, the legi­ti­ma­cy of dif­fe­rent forms of work — will shape how intel­lec­tua­lism deve­lops. The real ques­ti­on then, is how do we want the intel­lec­tual land­scape to look?”

Und die­se Fra­ge, “how do we want the intel­lec­tual land­scape to look?” ist eine von den Fra­gen, die uns in die­sem unse­rem Blog bewe­gen wird.

Bewegt wird unser Blog sicher auch durch die Tat­sa­che, dass hier ein jun­ger und ein alter Wis­sen­schaft­ler, ein „Digi­tal Nati­ve“ und ein „Digi­tal Immi­grant“ aus ihren je sehr unter­schied­li­chen Blick­win­keln auf die Art und Wei­se schau­en, wie in ihrem Umfeld Erkennt­nis pro­du­ziert und ver­trie­ben wird; und dies im Span­nungs­feld zwi­schen uni­ver­si­tä­rer Sozi­al­päd­ago­gik und Sozi­al­ar­beit an Hoch­schu­len – die ange­wand­te Wis­sen­schaft betrei­ben – und was immer die­se Unter­schie­de sein mögen; oder auch nicht!

Was uns eint, ist das Bestre­ben, das, was wir in For­schung und Leh­re tun, einer Online-​Community vor­zu­stel­len und auch dort zu dis­ku­tie­ren: Weil wir glau­ben, dass das Flüch­ti­ge das Fes­te erset­zen wird und weil wir von den Mög­lich­kei­ten des Web 2.0 nicht mehr las­sen kön­nen!

Und da bie­tet sich der Blog an, weil er eben

fast, self-​published and usual­ly free“

ist, um noch­mals Jen­ny Davies zu zitie­ren. Aber wis­sen­schaft­li­ches Blog­ging bie­tet sich auch an, weil es Mög­lich­kei­ten bie­tet, quer zu exis­tie­ren­den Grenz­li­ni­en wie z.B. „Grund­la­gen“ und „Anwen­dung“, Pra­xis und Wis­sen­schaft – um nur zwei zu nen­nen – dis­kur­siv, schnell, theo­re­ti­sch weit und zugäng­li­ch für Alle einen Dis­kurs, ein Gespräch zu füh­ren. „Blur­ring boun­da­ries“ nen­nen dies die Kol­le­gen Tilo Genz und Hei­ko twitter_profilKirch­ner.

Blog­ging, so unse­re Über­zeu­gung, ist aber auch not­wen­dig, weil das ein­ge­grenz­te, fixier­te, bedruck­te zuneh­mend (über den Grad der Zunah­me strei­ten wir!) weni­ger Wir­kung zeigt. Und dies vor allem daher, dass zwar wei­ter­hin Wis­sen her­ge­stellt, aber die­se Her­stel­lung „zuneh­mend“ los­ge­löst von der Fra­ge der Ver­tei­lung, der Dif­fu­si­on und damit der Rezep­ti­on erfolgt. Wis­sen wird erzeugt, aber zuneh­mend weni­ger rezi­piert.

Und auch das wol­len wir mit unse­rem Blog ändern!

Autor:

Prof. Dr. Tho­mas Mün­ch

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2 Kommentare

  • Lie­ber Tho­mas Mün­ch,

    Herz­li­ch Will­kom­men in der Welt der Blog­ger. Die Köl­ner Cari­tas blog­gen auch schon seit geraum­er Zeit, eine Ver­bin­dung du g der bei­den Blogs wäre uns herz­li­ch will­kom­men.

    Mei­ne Öffent­lich­keits­ab­tei­lung mel­det sich!

    Herz­li­che Grü­ße aus Köln
    Peter Krü­ck­er

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