Let me google that for you!

Eine neue Spe­zies Stu­die­ren­de lehrt Universitäts- und Hoch­schul­pro­fes­so­rIn­nen das Fürch­ten: Digi­tal Nati­ves – jun­ge Men­schen, die mit digi­ta­len Medi­en auf­ge­wach­sen sind und kei­ne Welt ohne Inter­net mehr ken­nen. Man kann über die „Mill­en­ni­als” oder auch „Gene­ra­ti­on Y”, wie sie von Sozio­lo­gIn­nen genannt wird (und zu der auch ich wohl zäh­le), ja viel schimp­fen, aber eines muss man uns doch las­sen: wenn es um das Beschaf­fen von Infor­ma­tio­nen geht, sind wir unge­schla­ge­ne Welt­meis­ter! Aus­ge­rüs­tet mit Tablets, Smart­pho­nes und mit vir­tuo­sen Fin­ger­fer­tig­kei­ten (jah­re­lan­ges Game­boy­spie­len zahlt sich end­li­ch aus) fin­den wir im Netz Ant­wor­ten in Sekun­den­schnel­le; häu­fig noch bevor der Leh­ren­de die Fra­ge über­haupt zu Ende an die Tafel geschrie­ben hat – Oh ja, auch heu­te noch fin­den sich an deut­schen Hoch­schu­len Pro­fes­so­rIn­nen aus der „Krei­de­zeit”.

Wo Fak­ten­wis­sen Auto­ri­tät bedeu­te­te wird das iPad zur Waf­fe im „Klas­sen­kampf”

Das Wis­sen der Welt wird nun gelie­fert von einer Maschine, so groß wie ein Taschen­buch und nur eini­ge hun­dert Gramm schwer. Immer mehr Stu­die­ren­de sit­zen mit Tablets in der Vor­le­sung; wer noch kei­nes besitzt, der greift zum Smart­pho­ne – stan­dard move. Über die Fol­gen sind vie­le Pro­fes­so­rIn­nen irri­tiert: Der Stu­die­ren­de im zwei­ten Fach­se­mes­ter fin­det den gesuch­ten Para­gra­phen im BGB schnel­ler als der habi­li­tier­te Jurist über­haupt blät­tern kann. Das Worst-​Case-​Szenario: Ein ange­hen­der Sozio­lo­ge ruft wäh­rend der „Ein­füh­rung in die Sozio­lo­gie” ins Semi­n­ar: „Da ist ein Feh­ler auf der Folie. Durk­heim wur­de nicht in die­sem Jahr gebo­ren.” Pein­li­ch! Wenn so etwas pas­siert, sehen vie­le Leh­ren­de ihre Auto­ri­tät bedroht. War­um eigent­li­ch?

Et steht über­haupt allet im Buch wat ich sach, bloß nid­de so schön”

Mir wur­de schon von Vor­le­sun­gen berich­tet, in denen der Leh­ren­de nur noch Power­point­fo­li­en her­aus­gibt auf denen die Über­schrif­ten und zen­tra­len Begrif­fe feh­len. Begrün­dung: „Wenn Sie wis­sen, was vor­kommt, könn­ten Sie den Rest auch goo­geln. War­um soll­ten Sie dann noch in mei­ne Vor­le­sung kom­men?” Sehr gute Fra­ge! Aber doch wohl eine auf die Dozen­tIn­nen selbst die bes­te Ant­wort haben soll­ten. Oder noch schär­fer: Eine Fra­ge, die nie im Raum ste­hen dürf­te. Gegen­bei­spiel ­– schon ein­mal fol­gen­den Satz gehört? „Goe­thes Faust? Schau ich mir nicht im Thea­ter an, alle rele­van­ten Infos ste­hen im Brock­haus.” Oder „Livekar­ten für McCart­ney, nein dan­ke. Die Beat­les kann ich auch bei Spo­ti­fy hören.”

Es geht mir kei­nes­wegs dar­um, Pro­fes­so­rIn­nen zu Bildungs-​Animateuren zu degra­die­ren oder die Stu­die­ren­den zu Kun­den zu erhe­ben. Aber ist es nicht so: Wenn ech­te Exper­tIn­nen mit Lei­den­schaft von dem spre­chen, wovon sie begeis­tert sind (was hof­fent­li­ch vor­aus­ge­setzt wer­den darf), ist es kei­ne Anstren­gung zuzu­hö­ren. Es macht Spaß, Mut und inspi­riert! Wenn ein Meis­ter von sei­nem Fach spricht, hän­gen wir an sei­nen Lip­pen.

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Eine Welt ohne Inter­net – für mei­ne Gene­ra­ti­on nur noch schwer vor­stell­bar.

Natür­li­ch sind die Grund­la­gen in der Leh­re oft „Same Pro­ce­du­re As Every Year”, aber wenn es gut und ver­ständ­li­ch vor­ge­tra­gen wird, kom­men wir ger­ne. Dann hat es ein­fach einen Mehr­wert. Denn nicht zuletzt kommt mit jedem Semes­ter eine neue Esels­brü­cke, ein ori­gi­nel­les Bei­spiel oder eine wit­zi­ge Rand­be­mer­kung (amü­sant ist eben nicht zwin­gend das Gegen­stück zu seriös) dazu. Übung macht den Meis­ter, bis irgend­wann der magi­sche Satz der Stu­die­ren­den fällt: „Ich höre Ihnen ger­ne zu. Sie erklä­ren total gut!”

Das schöns­te Kom­pli­ment, das man mir per­sön­li­ch machen kann, ist fol­gen­des: Sie stel­len im Vor­feld alle Foli­en online, Sie geben Lite­ra­tur­lis­ten aus, ein Groß­teil der Stu­die­ren­den hat schon eine Vor­ah­nung, dass sie wohl bestehen wer­den (z.B. weil das Refe­rat schon gehal­ten und für gut befun­den wur­de) und dann ist der Semi­nar­raum am letz­ten Tag trotz­dem noch bre­chend voll.

Auch über Anwe­sen­heits­pflich­ten kann (und soll­te) man vor­treff­li­ch strei­ten. Das Schö­ne wenn sie ent­fällt, ist doch aber: die Stu­die­ren­den stim­men mit den Füßen ab!

Wer nun behaup­ten will, es gebe The­men, die sei­en qua­si von Natur aus unse­xy und da müs­se man durch, dem rate ich mal einen Sci­en­ce Slam zu besu­chen – chal­len­ge accep­ted!

Rat­ge­ber gegen Lie­bes­kum­mer

Ich möch­te an die­ser Stel­le eine Behaup­tung auf­stel­len: Bei vie­len Debat­ten im Hoch­schul­um­feld, die um die nega­ti­ven Kon­se­quen­zen der Digi­ta­li­sie­rung und die inten­si­ve Soci­al Media Nut­zung von Stu­die­ren­den krei­sen, geht es nicht um Tech­nik. Es geht um die Fra­ge: „Was ist Bil­dung und wozu ist sie wich­tig?”. Der Weg­fall des Fak­ten­wis­sens zwingt uns die­se Fra­ge wie­der auf – gut so – und wir rin­gen nach Ant­wor­ten und eini­ge Prot­ago­nis­ten der Bil­dungs­land­schaft auch nach Luft. Eine beru­hi­gen­de Ant­wort könn­te doch sein:

Bil­dung ist das, was übrig bleibt, wenn wir ver­ges­sen, was wir gelernt haben.” (Edward Fre­de­rick Lind­ley Wood)

Gute Dozen­tIn­nen tun doch mehr als Ver­mitt­lung von Fak­ten­wis­sen (die­ses Argu­ment wird häu­fig und ger­ne selbst von Tech­nik­geg­ne­rIn­nen vor­ge­tra­gen). Sie kon­textua­li­sie­ren Wis­sen, ent­wi­ckeln mit den Stu­die­ren­den neue Fra­gen, berich­ten von Forschungs- und Lebens­er­fah­rung, sind Men­to­rIn­nen, Spie­gel und Kor­rek­tiv und vie­le Din­ge mehr. Es gibt ein­fach Auf­ga­ben und Pro­ble­me im Leben, die nicht wirk­li­ch durch das Lesen von Büchern gelöst wer­den kön­nen – und die Zwi­schen­über­schrift gibt einen ers­ten Hin­weis auf einen Klas­si­ker im pri­va­ten, den die meis­ten wohl intui­tiv erfas­sen kön­nen.

Könn­te hier nicht auch eine Chan­ce der Digi­ta­li­sie­rung lie­gen? Weil das rei­ne Ver­mit­teln von Fak­ten­wis­sen banal und obso­let wird, haben wir nun wie­der Zeit für die wesent­li­chen Aspek­te von Bil­dung? Des­halb wür­de ich auch eLe­arning nicht inter­pre­tie­ren als der Ver­su­ch von tech­no­phi­len Com­pu­tera­van­g­ar­dis­ten die Uni­ver­si­tät abzu­schaf­fen – es könn­te doch auch dar­um gehen, den Pro­fes­so­rIn­nen den Rücken frei zu hal­ten, um mehr Zeit für eine men­to­ren­haf­te Betreu­ung der Stu­die­ren­den zu schaf­fen, die heu­te lei­der nur eini­gen weni­gen stu­den­ti­schen Mit­ar­bei­te­rIn­nen, Wis­sen­schaft­li­chen Hilfs­kräf­ten und Dok­to­ran­dIn­nen zu Teil wird.

Durch das Inter­net und die Digi­ta­li­sie­rung wird auch in der Bil­dung vie­les anders – aber ob es bes­ser oder schlech­ter wird, liegt doch wohl in unse­ren Hän­den. Packen wir’s an!

Aber zunächst wäre noch eine Fra­ge zu klä­ren: Wann wur­de Durk­heim denn jetzt gebo­ren? Die Ant­wort lau­tet natür­li­ch.

Autor:

Kai Hau­prich

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3 Kommentare

  • Lie­ber Herr Hau­prich,
    Glück­wunsch zu Schlech­trie­men – ich habe sehr von sei­nem Buch pro­fi­tiert (lei­der erst nach mei­nem Auf­satz gele­sen). Nur die von ihm for­mu­lier­ten drei­fa­chen Gren­zen meta­phern­theo­re­ti­scher Ansät­ze (S. 60–62) tei­le ich nicht, die Beschrän­kung auf Spra­che ist mit dem “kogni­ti­ven” Ansatz von Lakoff und John­son über­wun­den, d.h. mit ihrer Annah­me von (meist unbe­wuss­ten) Denk­sche­ma­ta, die Han­deln, Spra­che und Kogni­ti­on (im enge­ren Sinn) wie Emo­tio­nen orga­ni­sie­ren. Sehr früh argu­men­tie­ren die­se Auto­ren ja, dass es ihnen um meta­pho­ri­sche Prak­ti­ken auf dem Hin­ter­grund eben­sol­cher Sche­ma­ta geht – bis hin zu Ein­hei­ten der Ver­rech­nung von Tele­fonein­hei­ten und Hotel­rech­nun­gen als mate­ria­lem Desi­de­rat für das kogni­ti­ve Sche­ma “Zeit ist Geld” (dies. 1980, S. 8). Frei­li­ch wird das von bei­den nicht wirk­li­ch aus­ge­ar­bei­tet, es bleibt im wesent­li­chen lei­der bei der Prä­sen­ta­ti­on sprach­li­cher Bei­spie­le.
    Da es aber, soweit ich die empi­ri­schen Stu­di­en im Kon­text die­ser Rich­tung über­bli­cke, kei­ne spe­zi­fi­sche Aus­ar­bei­tung im Hin­bli­ck auf gra­fi­sche Sym­bo­lik gibt, son­dern eher auf Video- und Werbe-​Inszenierungen bezo­ge­ne Stu­di­en [Force­vil­le, Charles (2009). Mul­ti­modal meta­phor. Ber­lin: Mou­ton de Gruy­ter], kann ich den Impuls von Schlech­trie­men zur Ent­wick­lung sei­nes eige­nen Wegs der Ana­ly­se gra­fi­scher Reprä­sen­ta­tio­nen als men­ta­ler Sche­ma­ta aller­dings gut nach­voll­zie­hen. Hier bie­tet er Hin­wei­se für die Wei­ter­ent­wick­lung qua­li­ta­ti­ver For­schung.

    … womit ich nun völ­lig vom The­ma Ihres Blog­ein­trags abge­kom­men bin. Aber ich ver­mu­te, dass der Inter­es­sens­kreis, den Sie mit “prak­ti­sche Sozi­al­wis­sen­schaft” abge­steckt haben, damit nicht ver­las­sen ist, son­dern hier eine mög­li­che Aus­ge­stal­tung prak­ti­scher Sozi­al­wis­sen­schaft vor­ge­führt wird – als Ana­ly­se von Mus­tern und (hier noch nicht The­ma) ihrer Infra­ge­stel­lung, Wei­ter­ent­wick­lung etc. im Kon­text von Sozia­ler Arbeit, Bera­tung, Prä­ven­ti­on, Bil­dung und ande­ren ver­wand­ten For­men (psycho-)sozialer Inter­ven­ti­on. In “Zeig‘ mir dei­ne Fol­lo­wer und ich sag dir, wer du bist” dis­ku­tie­ren Sie ja neue Vari­an­ten quan­ti­ta­tiv basier­ter mus­ter­er­ken­nen­der Ver­fah­ren für den digi­ta­len Kon­text an – eben­so muster-​rekonstruierend wie gleich­zei­tig bild-​gebend wie die qua­li­ta­ti­ven Ansät­ze. Die­se Gemein­sam­kei­ten aus­zu­lo­ten wäre dann ein neu­er Blog­ein­trag …

    Bes­ten Gruß:
    rudolf schmitt

  • Lie­ber Herr Hau­prich,
    der Gegen­warts­dia­gno­se kann ich an vie­len Punk­ten fol­gen. Schwie­rig­kei­ten habe ich bei der impli­zi­ten Kon­struk­ti­on von Wis­sen, das einer­seits der Kon­struk­ti­on folgt, es gäbe so etwas wie ein amor­phes Fak­ten­wis­sen (das Geburts­da­tum von Durk­heim muss dafür her­hal­ten), das über Inter­net­me­di­en zugäng­li­ch ist und dar­über hin­aus von einem dif­fu­sen Men­scheln mit idea­ler Bemut­te­rung /​ Beva­terung pro­fi­tiert: “Gute Dozen­tIn­nen tun doch mehr als Ver­mitt­lung von Fak­ten­wis­sen (die­ses Argu­ment wird häu­fig und ger­ne selbst von Tech­nik­geg­ne­rIn­nen vor­ge­tra­gen). Sie kon­textua­li­sie­ren Wis­sen, ent­wi­ckeln mit den Stu­die­ren­den neue Fra­gen, berich­ten von Forschungs- und Lebens­er­fah­rung, sind Men­to­rIn­nen, Spie­gel und Kor­rek­tiv und vie­le Din­ge mehr.”

    Die­se Gegen­über­stel­lung scheint mir pro­ble­ma­ti­sch, weil die­se Kon­zep­ti­on von Wis­sen kei­nen Raum lässt für den inne­ren Auf­bau des Wis­sens – hier will ich auf eine Denk­fi­gur ver­wei­sen, die mit Pia­gets Über­le­gung zu Sche­ma­ta, ihrem assi­mi­lie­ren­den Wachs­tum (der Absorp­ti­on des o.g. Fak­ten­wis­sens an bereits eta­blier­te Sche­ma­ta) und ihrer (teil­wei­sen) Destruk­ti­on bei der akkom­mo­die­ren­den Anpas­sung an Umwelt­be­din­gun­gen begin­nen. Pia­get wird kaum noch refe­riert, die Dis­kus­si­on wird in ande­ren Ter­mi­ni wei­ter­ge­führt, wie die­se Sche­ma­ta und wie das Ler­nen als Ver­än­de­rung zu fas­sen sind (“con­cep­tual grow­th” vs. “con­cep­tual chan­ge”, vgl: Nie­bert, Kai; Mar­sch, Sabi­ne; Tre­agust, David (2012). Embo­di­ed meta­phor as an ima­gi­na­ti­ve thin­king tool for engen­de­ring con­cep­tual chan­ge. Sci­en­ce Edu­ca­ti­on, 96(5), 849–877.

    Die­se Über­le­gung steht quer zur Dicho­to­mie inter­net­ba­sier­tes Fak­ten­wis­sen /​ Beel­te­rung bei der Ver­ar­bei­tung des Fak­ten­wis­sens. Wenn es um Sche­ma­ta und deren Ver­än­de­rung geht, und nicht um Fak­ten­wis­sen, wird die Auf­tren­nung in online-​Lehre und Beel­te­rung für die aka­de­mi­sche Leh­re wenig sinn­voll; es geht in bei­den Kon­tex­ten als Auf­ga­be der Wis­sens­ver­mitt­lung dann auch dar­um, Sche­ma­ta zu irri­tie­ren (und sehr viel weni­ger dar­um, Fak­ten­wis­sen zu ver­mit­teln).

    Ich habe für eine klei­ne empi­ri­sche Arbeit ein­mal unge­fähr 80 Haus­ar­bei­ten aus der Sozia­len Arbeit (aus einem frü­hen Semes­ter) dar­auf­hin durch­ge­schaut, in wel­chen meta­pho­ri­schen Sche­ma­ta das Phä­no­men “Gesell­schaft” kon­stru­iert wird (und dabei gese­hen, dass “Staat” syn­onym benutzt wird …). Eine Meta­pher domi­niert deut­li­ch: Dass die Gesell­schaft (resp. der Staat) als Eltern­fi­gur gese­hen wird, die(der) ver­sor­gen soll – und ange­klagt wird, wenn sie (er) das nicht tut. Nun ist die geleb­te Kon­struk­ti­on der Gesell­schaft als Eltern­teil (die iro­ni­scher­wei­se in dem Blog auch wie­der auf­taucht) zwar für die Sozia­le Arbeit nor­men­pro­duk­tiv, aber viel­leicht nicht immer die sinn­volls­te Kon­struk­ti­on – in den Meta­phern der Sozio­lo­gie für Gesell­schaft (Durk­heim: Gesell­schaft als Kör­per; Hob­bes: Gesell­schaft als Ver­trag; Marx: Gesell­schaft als Kampf) taucht die Eltern-​Metapher schließ­li­ch auch nicht auf. Hier stellt sich dann die Fra­ge, wie sol­che all­tags­welt­li­chen Sche­ma­ta der Stu­die­ren­den irri­tiert und der refle­xi­ven Bear­bei­tung zugäng­li­ch wer­den kön­nen. Das ist mit dem Beelterungs-​Modell als Dozen­tIn nicht zu schaf­fen … da bräuch­te es eine brei­ter auf­ge­stell­te Didak­tik … und die online-​offline-​Unterscheidung wird dann sehr viel weni­ger rele­vant.
    (R.S., Bil­der der Gesell­schaft von Stu­die­ren­den der Sozia­len Arbeit: Das Eltern-​Modell und ande­re Her­aus­for­de­run­gen für sozio­lo­gi­sches Wis­sen (S. 263–283). Zwei­ter Ein­trag unter: https://www.researchgate.net/profile/Rudolf_Schmitt/contributions)
    Mit freund­li­chem Gruß:
    rudolf schmitt

    • Kai Hauprich

      Lie­ber Herr Schmitt,
      vie­len Dank für Ihren span­nen­den Bei­trag! Ich stim­me im Wesent­li­chen mit Ihnen über­ein: ein dicho­to­m­er Bil­dungs­be­griff mit Fak­ten­wis­sen hier und wis­sen­schaft­li­chem Pater­na­lis­mus dort, wird der Sache nicht gerecht – es ist auch kein abschlie­ßen­der Bil­dungs­be­griff gemeint (“und vie­les Din­ge”). Jedoch glau­be ich, dass vie­le “gefühl­te Frik­tio­nen” im Lehr­be­trieb (die ich bewusst über­spit­ze!) auch dadurch aus­ge­löst wer­den, dass ein neu­es Gesell­schafts­bild in Mode kommt: Gesell­schaft als Netz­werk (Sie zitie­ren dazu Latour). Ich lese zur­zeit mit gro­ßer Freu­de eine span­nen­de Ana­ly­se von Schlech­trie­men. Ich könn­te mir vor­stel­len, dass das Netz­werk­bild von Gesell­schaft eben durch Tech­no­lo­gi­en wie Web 2.0 und Soci­al Media vor­an­ge­trie­ben wird und eine Gene­ra­ti­on auf­wächst , die völ­lig anders sozia­li­siert wird. Oft wer­den sie als dis­tanz­los und des­in­ter­es­siert wahr­ge­nom­men. Gun­ter Dueck beschreibt das sehr schön und plas­ti­sch . Ich bin häu­fig nur dar­über ver­wun­dert wie inten­siv über „neue Tech­no­lo­gi­en“ gestrit­ten wird, wenn eben Punk­te wie der “inne­re Auf­bau von Wis­sen” doch viel span­nen­de­re The­men wären. Des­halb:
      Dan­ke für ihren anre­gen­den Bei­trag: Ihr Paper liegt schon zum Lesen auf mei­nem Schreib­ti­sch!
      Freund­li­che Grü­ße
      Kai Hau­prich

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